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Luftbelastung am Bohlweg: "Stadt muss schleunigst handeln"
Luftqualität

28.10.2004  Am 27. Oktober 2004 berichtete die BZ ausführlich über die extrem hohe Luftbelastung am Bohlweg durch gefährliche, möglicherweise Krebs erregende Feinstäube. Braunschweig erreichte in dieser Schadstoffkategorie bereits einen traurigen Negativrekord: Am 3. März 2003 hatte die Mess-Station am Bohlweg mit 226 Mikrogramm Feinstaub den bundesweiten Spitzenwert ermittelt. Laut EU-Recht ist der zulässige Tages-Mittelwert auf 50 Mikrogramm festgelegt. Er darf höchstens 35 Mal im Jahr überschritten werden.

Im Vorjahr lag die Feinstaub-Belastung am Bohlweg jedoch an insgesamt 95 Tagen deutlich über diesem Grenzwert!

Vor diesem Hintergrund fordern die GRÜNEN im Braunschweiger Rat Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink auf, mit Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität am Bohlweg nicht zu warten, bis die Einhaltung der EU-Grenzwerte von Bürgerinnen und Bürgern gerichtlich eingeklagt werden können. Die Schadstoffbelastung sei unabhängig von Vorschriften tatsächlich gesundheitsgefährdend und müsse deshalb schleunigst verringert werden.
„Seit Jahren ist die Überschreitung der Grenzwerte bekannt und unsere wiederholten Vorstöße, die Situation zu verbessern, wurden von der Ratsmehrheit und der Verwaltungsspitze immer wieder abgeblockt“, erklärt die Fraktionsvorsitzende Gisela Witte. Zwar versuchte die Verwaltung 1998 nach einer erfolgreichen Probephase - in deren Verlauf sich die Luftqualität am Bohlweg deutlich verbessert hatte - das Abbiegen von der Dankwardstraße auf den Bohlweg dauerhaft zu unterbinden. Dies wurde jedoch von der "Autofahrer-Fraktion" im Rat abgewürgt, weil viele Ratsmitglieder weiterhin direkt vom Rathaus-Innenhof in Richtung Süden abfahren wollten, erinnert sich Witte.
Sie erwartet erhebliche zusätzliche Schadstoffbelastungen beim Bau des Einkaufszentrums im Schlosspark. „Die Verkehrssimulation hat deutliche Staubildungen über weite Teile des Bohlwegs nachgewiesen. Dadurch wird sich die Situation weiter verschärfen“, meint sie.
Nach Auffassung der GRÜNEN kann nur ein Bündel von Maßnahmen die Staubbelastung senken. Dazu gehören für sie vor allem die konsequente Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel wie Fahrrad oder ÖPNV. Den Dieselrußausstoß bei den städtischen Fahrzeugen und den Bussen der Verkehrs-AG zu vermindern halten sie für ebenso notwendig wie verkehrsplanerische Maßnahmen zur Beschleunigung des ÖPNV und zur Vermeidung unnötigen Autoverkehrs.
„Wir erwarten von der Verwaltung jetzt eine Mitteilung darüber, wie sie die Situation bewältigen will. Sollten sich Bürgerinnen und Bürger ab 2005 mit Klagen gegen die Stadt wenden, können sie sich der Unterstützung durch die GRÜNE Ratsfraktion sicher sein“, so Witte.


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